News-Archiv Januar 2011

Sächsische Zeitung berichtet über Ricarda von Repel

Vereinsmitglied reist am 10. Februar für 5 Monate nach Nicaragua | 27.01.2011 - 13:47:13

In der  Bautzener Ausgabe vom 29. Januar 2011 berichtete die Tageszeitung über Ricarda von Repel Weg in den HNO-Bereich, ihre Ziele und Vorstellungen von Nicaragua und warum saure Gurken ihr so viel bedeuten.


Abenteuer Nicaragua


Ricarda von Repel wirkt entspannt. Dabei sind es nur noch wenige Tage bis zu ihrer Abreise nach Nicaragua. Fünf Monate lang wird die Medizinerin in dem kleinen Land in Mittelamerika arbeiten. Sie freut sich auf neue Einblicke und auf die Zusammenarbeit mit den Ärzten am Universitätsklinikum León. Die 150000-Einwohnerstadt befindet sich im Westen des Landes in der Nähe des Pazifik. Einige Geräte und Medikamente gehen mit der 28-Jährigen auf die Reise. Doch was so leicht klingt, ist eine ziemliche Herausforderung. Erst unterwegs und vor Ort in Nicaragua wird sich zeigen, ob der Zoll und die Fluggesellschaft so mitspielen, wie sie sollen.

Doch Ricarda von Repel nimmt diese Aufgabe leicht. Sie bezeichnet sich selbst als „gnadenlose Optimistin“. Als Kind wollte die Heidenauerin Astrophysikerin oder Pianistin werden. Nach einer Aufführung beim Abiball hätten ihr alle zu einem Schauspielstudium geraten. Doch dann entschied sie sich für die Medizin. „Ich habe lange überlegt, ob es wirklich das Richtige ist. Erst nach dem Praktikum war ich mir sicher“, sagt sie rückblickend.

Der Zufall führte sie in den HNO-Bereich, den sie schätzt, weil „man hier vom Kleinkind bis zur Oma allen helfen kann“. In den vergangenen beiden Jahren arbeitet von Repel in den Oberlausitz-Kliniken Bautzen. Kaum hier angekommen, brachte der nicaraguanische HNO-Arzt Dr. José Maria Zamora die Idee eines Aufenthalts in Léon ins Spiel. Zamora ist Vorsitzender des Vereins „Vision 2017“, der sich der medizinischen Hilfe für Nicaraguas zweitgrößten Stadt widmet.

Der Gedanke an einen Einsatz in Nicaragua gefiel Ricarda von Repel: Schon immer hat es sie in ferne Länder gezogen. 2006 war sie vier Wochen in Syrien, nach dem Studium tourte sie durch Indien. Was sie in Nicaragua genau erwartet, kann die Medizinerin nicht einschätzen. „Es gibt in León keine feste HNO-Klinik. Ich denke, ich werde mehr an der Basis arbeiten und Arbeitsweisen sehen, die hier nicht mehr praktiziert werden.“.

Noch drei Jahre Facharztausbildung warten nach ihrer Rückkehr auf die Ärztin. Die Zeit in Mittelamerika wird wahrscheinlich nicht angerechnet. Bereits am Montag muss sie ihre Wohnung geräumt haben. Das erste Möbelstück wurde schon gegen ein Glas saure Gurken eingetauscht. Das ist für die Heidenauerin neben Sauerkraut eine offizielle Währungseinheit und ganz sicher eines der Dinge, die sie in Nicaragua vermissen wird. Einen Vorrat hat sie schon von den Kollegen als Abschiedsgeschenk bekommen. Bevor der Flug geht, will sie beim Langlaufen noch einmal den Winter in der Heimat genießen und mit ihrem Freund, ebenfalls Arzt am Bautzener Klinikum, das Theater besuchen. Dann beginnt das Abenteuer Nicaragua.

Quelle: Sächsische Zeitung, 29. Januar 2011